Draft der Cincinnati Bengals – 10. (5,62)

Marginal nur besser als die Redskins waren in unserem Ranking die Cincinnati Bengals. Sie kamen mit einem durchschnittlichen Draft Grade von 5,62 aus unserem Ranking hervor und belegten so den 10. Rang. Ein Jahr mit viel auf uns Ab`s war es bei den Bengals. Kann mich da noch gut an die ersten Spiele erinnern in denen mich die Bengals auf jeden Fall überraschen konnten mit vier Siegen aus den ersten 5 Spielen, darunter auch die Colts als späteres Playoffteam. Danach ging es allmählich bergab und die Bengals verloren ein Spiel um das andere.

Bis zur freien Woche am neunten Spieltag, sah es mit 5 Siegen bei 3 Niederlagen noch einigermaßen gut aus aber dann kam es ganz Dicke und den Rest der Saison gewannen die Bengal nur mehr ein Spiel in der verbleibenden Saison. Da änderte auch die Verpflichtung von Hue Jackson nichts mehr, der kurz davor von den Browns als Head Coach entlassen worden und nun als Assistant Coach bei den Bengals helfen sollten bei denen er schon als Offensive Coordinator (von 2012-15) unter Vertrag gestanden hatte.

Eine Ära geht zu Ende!

Nachdem die Bengals sich nach 15 Jahren von Marvin Lewis getrennt hatten im Frühjahr, waren Sie zu Beginn der Suche nach einem neuen Head Coach zu Beginn nicht wirklich erfolgreich. Fündig wurden sie dann bei den Rams. Zac Taylor, in den letzten beiden Jahren nach Los Angeles zu den Rams gewechselt, konnte als Head Coach verpflichtet werden. 2016 war Taylor noch Offensive Coordinator und Quarterbacks Coach an der Cincinnati University. Als first time Head Coach bringt er noch keine Erfahrung mit auf dieser Position, er hatte in den letzten beiden Jahren die Wide Receiver (2017) und die Quarterbacks (2018) als Coach über bei den LA Rams.

Die Bengals folgen damit dem beliebten Modell sich einen offensiv denkenden Head Coach zu holen und ihm einen erfahrenen Defensive Coordinator zur Seite zu stellen. Leider gestaltete sich die Suche der Bengals nach einem DC nicht wirklich so wie sich die Bengals das vorstellten. Am Ende wurde es dann mit Lou Anarumo ein ebenso unerfahrener Coach, der in seinen bisherigen Stationen in der NFL meist als Defensive Backs Coach agierte.

Nach dem das neue Coaching Staff stand ging es auch schon los in die Free Agency und wie nicht anders zu erwarten gingen die Bengals diese sehr verhalten an. Die Bengals versuchten sich über die Draft zu verstärken, wie sie das schon seit einigen Jahren versuchen zu machen. Welche Lücken hatten die Bengal denn zu stopfen?

Top Needs: DL • LB • OL • QB • TE

Haben die Bengals auf diese Vorschläge gehört und entsprechend darauf reagiert?

  1. Round 1 Pick 11 (11): Jonah Williams (OT) Alabama (6,23-1-13)
  2. Round 2 Pick 20 (52): Drew Sample (TE) Washington (5,59-7-113)
  3. Round 3 Pick 9 (72): Germaine Pratt (LB) North Carolina State (5,63-4-100)
  4. Round 4 Pick 2 (104): Ryan Finley (QB) North Carolina State (5,65-5-95)
  5. Round 4 Pick 23 (125): Renell Wren (DT) Arizona State (5,65-9-95)
  6. Round 4 Pick 34 (136): Michael Jordan (G) Ohio State (5,69-5-85)
  7. Round 6 Pick 9 (182): Trayveon Williams (G) Texas A&M (5,54-8-128)
  8. Round 6 Pick 38 (210): Deshaun Davis (LB) Auburn (4,98-24-235)
  9. Round 6 Pick 39 (211): Rodney Anderson (RB) Oklahoma (5,63-7-100)
  10. Round 7 Pick 9 (223): Jordan Brown (CB) South Dakota State (5,63-16-100)

10 Picks für die Bengals…..!

Mit sage und schreibe 10 Picks kamen die Bengals aus dem diesjährigen Draft raus. Darunter auch 3 Compensatory Picks. Mit einigen Trades konnten sich die Bengals in der Draftreihenfolge nach hinten und nach vorne bewegen und drafteten eigentlich nur in Runde 1 an der vorgesehen Stelle 11. Mit Jonah Williams angelten sie sich einen Top-Prospect der diesjährigen Draft für ihre allenfalls mittelmäßige Offensive Line. Leider hat sich Williams ja schon wieder verletzt und soll für die komplette Saison ausfallen, somit hilft er den Bengals erstmal nicht weiter.

Die weiteren Picks sind Verstärkungen die den Begals wirklich weiter helfen könnten, je nachdem wie sie sich entwickeln. Drew Sample, ein guter Tight End sowie den weitaus höher eingeschätzten Ryan Finley, der sich in den ersten beiden Wochen der Preseason Spiele in den Vordergrund spielen konnte. Wer weiß sehen wir ihn sogar als Starter im weiteren Verlauf dieser Saison. In Runde 4 dann ein weiterer Steal, mit Renell Wren, dem in der Gesamtwertung neuntbesten DT.

Michael Jordan….?

Michael Jordan in Runde 4 könnte der O-Line die nötige Tiefe auf Guard geben, vielleicht auch mehr? In Runde 6 dann mit einem weiteren möglichen Steal holten die Bengals Rodney Anderson, einen vielversprechenden Running Back, der weit höher, in Runde 4 eingeschätzt wurde. Er fiel aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit weiter nach unten durch und landete am Ende bei den Bengals. Sollte er gesund sein und bleiben könnte er den Bengals eine weitere Option im Rungame neben Joe Mixon geben.

Alles Tutti bei den Bengals könnte man meinen, eine gute Draft hatten sie und man muss nun sehen ob die Verstätkungen schon reichen. Erstmal denke ich sollten die Bengals sich mit einem Nachfolgen bzw. Ersatz für Andy Dalton beschäftigen. Meiner Einschätzung nach wird es nie zu mehr als einer Playoffteilnahme reichen mit Dalton am Ruder in der Offense, außer Zac Taylor schafft es ein für Dalton passendes Scheme zu etablieren das am Ende erfolgreich sein kann. Skeptisch darf man auch sein was die Defense betrifft. Ein weiterer Rookie als Coach bei dem man nicht weiß was man bekommt. Wir werden es sehen, aber ich sehe bei den Bengals nicht mehr als einen Top Anwärter auf den ersten Pick im nächsten Draft, leider.

Erklärung zum Prospect Grade:

Noch zur Info im Nachgang. Grundlage zur Bewertung sind die Prospect Grades der NFL. Eine Erklärung dazu findet ihr hier und die Prospect Grades könnt ihr euch auf NFL.com oder im Draft Tracker der NFL gerne ansehen. Die einzelnen Spieler sind zusätzlich auf die NFL verlinkt. Wir bewerten die Mittelwerte der Spieler bzw. Draft Picks welche die Mannschaften gewählt haben anhand der Prospect Grades. Alle Spieler ohne Prospect Grade der NFL sind aus der Bewertung rausgenommen und haben somit keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis.

NFL Prospects Grade (Mittelwert): 5,62 (Rang 10/32)

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