Draft der New York Jets – 8. (5,65)

Eines der für mich interessantesten Teams im Hinblick auf die nächste Saison kommt nun an die Reihe, die New York Jets. Im Ranking auf Platz 8 bei uns. Hatten die Jets doch bereits in der letzten Draft ihren vermeintlichen Franchise Quarterback gefunden in Sam Darnold. Bereits in der letzten Saison musste der ran und hinterließ bei mir einen wechselhaften Eindruck mit viel Licht und Schatten. Denke wir werden nach dieser Saison wieder schlauer sein ob sich der Wunsch der Jets in ihm den Franchise Player zu sehen bewahrheitet.

Eine weitere Baustelle machten sich die Jets auf, als sie ihren Head Coach Todd Bowles feuerten. Nun führt Adam Gase die Geschicke der Jets auf dem Platz. Gase wurde wiederum von den Dolphins gefeuert, bei denen er mit seltsamen Pressekonferenzen bereits auf sich aufmerksam machte. Zumindest bei den Pressekonferenzen machte er weiter wie er in Miami aufgehört hatte. Ein Video der Pressekonferenz zur Vorstellung von Gase als neuen Head Coach ging sogleich viral. Das was Gase da mit seinen Augen machte fand ich auch ein wenig verstörend und lässt mich an der Wahl des Head Coaches bei den Jets ein wenig zweifeln.

General Manager……!?

Die Draft und auch die vorhergehende erste Welle der Free Agency durfte Mike Maccagnan noch machen, dann tauschten die Jets auch ihn erstmal aus und ersetzten ihn durch Joe Douglas, er kam von den Eagles kam. Mit Douglas hatte Adam Gase bereits in Chicago bei den Bears zusammen gearbeitet. Einen faden Beigeschmack hatte das Ganze schon ein bisschen weil Adam Gase die teuren Verpflichtungen in der Free Agency von LeVeon Bell und C.J. Mosley als überteuert ansah. Einen GM rund 4 Wochen nach der Draft zu feuern ist auch etwas ungewöhnlich. Die Richtigkeit einer solchen Entscheidung zweifle ich mal stark an. Und die Hände einer Franchise dann in die Hände eines Head Coaches, und dann noch Adam Gase, zu legen finde ich auch mehr als zweifelhaft.

Trotzdem rechne ich mir bei den Jets mit den gemachten Verstärkungen und dem neuen Coaching Staff einiges aus. Die Defense war im letzten Jahr nicht so schlecht und wurde verstärkt. Der neue Defensive Coordinator Gregg Williams wird schon ein Weg finden wie er mit seinen “kreativen Blitzpaketen” zum Quarterback des Gegner durchkommt, darauf kann man sich in aller Regel verlassen. Er hat ja genug Erfahrung in der NFL und sollte eine gute Defense auf die Beine stellen können.

Doch wie sah es in der Draft aus und mit welchen Bedürfnissen gingen die Jets in die Draft in diesem Jahr?

Top Needs: CB • DL • OL • TE • WR

Diese Picks waren die Antwort auf die Needs der Jets:

  1. Round 1 Pick 3 (3): Quinnen Williams (DT) Alabama (6,7-1-1)
  2. Round 3 Pick 4 (68): Jachai Polite (Edge) Florida (5,46-12-150)
  3. Round 3 Pick 29 (92): Chuma Edoga (T) USC (5,65-8-95)
  4. Round 4 Pick 19 (121): Trevon Wesco (TE) West Virginia (5,35-13-178)
  5. Round 5 Pick 19 (157): Blake Cashman (LB) Minnesota (5,42-10-160)
  6. Round 6 Pick 24 (196): Blessuan Austin (CB) Rutgers (5,33-24-183)

Runde 1, das schnellste Schwergewicht….

In Runde 1 war es dann Quinnen Williams, ein herzallerliebster Kerl, der noch dazu der beste Defensive Tackle ist im diesjährigen Draft. Der Alabama DT war innerhalb eines Jahres vom unbekannten Defensive End zum Top 5 Defensive Tackle Pick aufgestiegen, was einmalig ist. In der Schule von Head Coach Nick Saban erkannten die Coaches scheinbar das Talent das in ihm steckte und schulten ihn von DE auf DT um. Er musste innerhalb kurzer Zeit 20 Kilo an Gewicht zunehmen. Ihm gelang es aber die Geschwindigkeit beizubehalten die er als DE besaß. Somit konnte er in der Combine die beste 40 Meter Zeit erzielen, die je ein Mann mit über 300 (ca. 136 kg) amerikanischen Pfund an Gewicht lief.

In der zweiten Runde hatten die Jets keinen Pick. Der Pick ging bereits im letzten Jahr nach Indianapolis zu den Colts als die Jets von Platz 6 auf Platz 2 hochtradeten um am Ende dann Sam Darnold zu bekommen bzw. bekommen zu können.

Pass Rush in Runde 3?

In Runde drei holten sich die Jets mit ihrem zweiten Pick einen, aus meiner Sicht, interessanten Pass Rusher. Jachai Polite, von den Draft Spezialisten zum Teil schon in Runde 1 gesehen. Er war aber durch seine schlechte Combine, er zog sich beim 40 Yard Lauf eine Oberschenkelzerrung zu, recht weit, sogar in Runde 3 abgestürzt. Die Jets schlugen zu und ich bin gespannt wie der sich entwickelt. Von vielen wurde er als Top Passrusher gesehen und den könnten die Jets sicherlich gebrauchen, da in der letzten Saison kaum vorhanden. Er würde auch gut in die 3-4 Defense, die Gregg Williams vermutlich spielen lassen wird, passen. Dort kann er über die Seite als Outside Linebacker kommen, was auch als sein vermutlich bestes Einsatzgebiet gesehen wird von den Draftanalysten. Freue mich auf ihn bei den Jets unter dem blitzfreudigen Gregg Williams als DC.

Die restlichen Picks der Jets gingen zu gleichen Teilen in Offense und Defense. In Runde 3 holten sie sich noch einen O-Liner, Chuma Edoga, einen Tackle von USC. Womöglich könnte er nochmals zusätzlich zu den Free Agency Verpflichtungen und den Trades (Ryan Khalil und Kelechi Osemele) ein Upgrade auf der Position des rechten Tackles sein oder werden?

Mir gefällt was in New York bei den “Grünen” passiert viel besser als was bei den Blauen da abläuft und wünsche mir und den Jets Fans Besserung. Es betrübt mich ein wenig das mit Adam Gase ein zweifelhafter Head Coach geholt wurde, der zwar aus den Dolphins mehr rausholte als jeder dachte. Aber eben am Ende nur Mittelmaß war. Für den ganz großen Wurf wird es mit ihm meiner Meinung nach nicht reichen, auch wenn ich mich da gerne Lügen strafen lasse.  

Erklärung zum Prospect Grade:

Noch zur Info im Nachgang. Grundlage zur Bewertung sind die Prospect Grades der NFL. Eine Erklärung dazu findet ihr hier und die Prospect Grades könnt ihr euch auf NFL.com oder im Draft Tracker der NFL gerne ansehen. Die einzelnen Spieler sind zusätzlich auf die NFL verlinkt. Wir bewerten die Mittelwerte der Spieler bzw. Draft Picks welche die Mannschaften gewählt haben anhand der Prospect Grades. Alle Spieler ohne Prospect Grade der NFL sind aus der Bewertung rausgenommen und haben somit keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis.

NFL Prospects Grade (Mittelwert): 5,65 (Rang 8/32)

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